#SVPetkus weicht den Narren

Freitag, 14th Februar, 2020
2020 Männer-VL Auszeit

Die Verbandsliga-Handballer des SV Petkus steuern Richtung Wiederaufstieg, doch bis Aschermittwoch muss das Team im Training improvisieren.

André Stegner ist ein ehrgeiziger Typ. Einer, der nicht gerne verliert. „Wir haben noch sechs Spiele, da will ich keinen Punkt mehr abgeben“, lautet die selbstbewusste Vorgabe des Trainers der Handball-Verbandsligamänner des SV Petkus Wutha-Farnroda. Wird die Marschroute umgesetzt, wäre seine Mannschaft auch am Saisonende an der Spitze der Staffel 3 und hätte den letztjährigen Abstieg sofort ausgebügelt. „Das ist unser klares Ziel“, betont Stegner, der nicht auf die Gegner schauen möchte und „sportlich als Tabellenführer aufsteigen möchte.“

Doch ausgerechnet bevor mit dem Heimspiel gegen den Ernestiner SV Gotha (29. Februar) die entscheidenden Wochen für das Unternehmen Wiederaufstieg beginnen, muss Stegner im Training improvisieren. Denn bis Aschermittwoch (25. Februar) hat der Farnrodaer Karnevalsverein (FKV) 1965 in der Hörselberghalle das Sagen. Am Montag konnte Petkus nochmal planmäßig trainieren, dann begann der Aufbau der Bühne für den organisierten Frohsinn. Stegner ist nicht begeistert, kann und muss damit aber leben. „Es gibt eben auch noch andere Vereine in der Gemeinde, ob Kaninchen- oder Rassegeflügelzüchter, die haben genauso einen Anspruch auf die Halle “, sagt der ehemalige Eisenacher Zweitligahandballer.

Um dennoch Form und Spielrhythmus zu halten, plant der 45-jährige Trainer für die nächsten knapp zwei Wochen Laufeinheiten, einen Ausflug ins Fitnessstudio und hofft, dass er noch eins, zwei Freundschaftsspiele organisieren kann. Eventuell geht es nochmal gegen die von seinem Bruder Michael trainierte Eisenacher Zweitligareserve. Vorigen Freitag standen sich beide Teams bereits in einem Trainingsspiel gegenüber. Stegner, der von einer „sehr guten Partie“ seiner Mannschaft sprach, nutzte das Spiel (notgedrungen) dazu, Alternativen zwischen den Pfosten zu finden. Da Stammkeeper Nicky Nürnberger ausfiel, teilten sich Philipp Ziehn und Andreas Ostertag die Aufgabe. Im Kasten drückt beim SV Petkus der Schuh. „Ich habe im Moment keinen zweiten Torhüter“, sagt Stegner, der wohl bis Saisonende nicht mehr auf Routinier Frank Anschütz (Fingerverletzung) bauen kann.

Ansonsten gibt es für den Coach personell keinen Anlass zum Klagen. Im Gegensatz zu einigen Staffel-Kontrahenten ist die Wuthaer Wechselbank stets gut besetzt. Alle bei Laune zu halten, ist da mitunter die schwierigste Aufgabe. „Kein Spieler sitzt gerne draußen“, weiß Stegner. So wurde auch gegen Mühlhausens Zweite viel hin- und hergewechselt, wodurch es zwischenzeitlich spannend war. „Aber wirklich Sorgen habe ich mir zu keinem Zeitpunkt gemacht“, blickt Stegner auf den 39:35-Erfolg zurück. Mit 12:4 Punkten liegt seine Mannschaft zwar auf Kurs, zwei Niederlagen trüben allerdings die Zwischenbilanz. Bei Eintracht Eisenach, wo sich in der engen Jahnhalle alle schwer tun, könne man verlieren. Für die 21:22-Heimpleite gegen die Oldies der Ballsportfreunde Gotha gäbe es dagegen keine Entschuldigung: „Das war unnötig“, ärgert sich Stegner.

Auch wenn er offen zugibt „nicht der ganz große Faschingsfan“ zu sein, besuchte er bereits kurz nach seinem Einstieg als Petkus-Coach 2019 die Festsitzung des FKV. Aus Verbundenheit unter den örtlichen Vereinen werden der Neu-Wuthaer und einige seiner Spieler auch diesmal in „ihrer“ Halle mitschunkeln. In der närrischen Zeit darf der Sport durchaus mal in den Hintergrund rücken.

Bericht: Mike ElAntaki

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