Die gute alte Zeit von morgen
Es geht wieder los – endlich! Einige scharrten mächtig mit den Hufen, den Saisonbeginn vor Augen.
Vier Wochen waren Zeit, um sich auf den Saisonauftakt vorzubereiten. Nicht viel Gelegenheit Neues zu erarbeiten. Da wir aber in den Ferien nicht untätig waren und durchgehend drei Trainingseinheiten angeboten haben und wir auf gute Mechanismen aus der Vergangenheit zurückgreifen können, war uns nicht bange, einen ordentlichen Start aufs Parkett zu legen. Die älteren Jahrgänge haben sich in die C-Jugend verabschiedet. Somit verändern sich teilweise die Verantwortlichkeiten auf dem Spielfeld. Für manchen bedeutet dies wieder mehr Spielzeit, aber auch mehr Verantwortung. Diese Rolle gilt es anzunehmen und zu zeigen, dass es im letzten Jahr trotzdem vorwärts ging. Dass wird ein bisschen Zeit benötigen, doch die stehen wir jedem zu. Zwei Spieler müssen aus dem jüngeren Jahrgang herangeführt und von unserer Intensität überzeugt werden und zwei Neuzugänge gilt es zu integrieren. Auch der Prozess benötigt Zeit. Die Eindrücke im Training zeigen aber jetzt schon, dass es über gute Ansätze hinaus sehr gewinnbringend für unsere Gruppe sein wird.
Das Ziel ist klar – wir haben was zu verteidigen! Der Titel soll es sein, so wie vorletzte Saison, wo uns dieses Kunststück in selbiger Konstellation gelang. Die gute alte Zeit von morgen, wollen wir gerne erleben. Deswegen trainieren wir inzwischen bis zu vier Mal in der Woche. Das ist die Grundlage um ebenbürtig zu bleiben. Jena rekrutiert mit Nachdruck Kinder aus dem nahen und auch fernen Umfeld, was mit ihrer Internatsstruktur problemlos möglich ist. Eisenach hat aufgrund der Bundesliga-Männer Zulauf ohne Ende und Nordhausen ist für eine gute Nachwuchsarbeit bekannt. Noch können wir gegensteuern, weil wir eine talentierte „Band“ zusammenhaben, die mit spielerischer Klasse und mannschaftlicher Geschlossenheit punkten kann. Doch nichts passiert von alleine. Erfolg muss man auch wollen, zu Talent gehört Fleiß. Und so gehen wir es an!
Zum Auftaktspieltag waren wir in Nordhausen zu Gast. Vor allem gegen den Gastgeber gab es gleich eine Standortbestimmung und die Gelegenheit eine gewisse „Duftmarke“ zu hinterlassen und den anderen Mannschaften zu zeigen, dass wieder mit uns zu rechnen ist. Und es roch gewaltig! Und zwar in den schönsten Noten. Das Paket, welches wir hier schnürten, hatte alles zu bieten, was uns nicht nur äußerlich jubeln ließ. Es war ein toller Vormittag, der uns schon zum Auftakt mächtig stolz macht. Wie aus einem Guss spielten wir auf. Das war so nicht zu erwarten. Nach sechs Absagen im Vorfeld waren wir mit zehn Spielern angereist und mussten bei drei Spielen die Kräfte bestmöglich verteilen. Im Torhüterbereich gab es Veränderungen und auch auf der Spielmacherposition arbeiten wir an alternativen Aufstellungen.
Im Spiel eins war Artern der Gegner. Da blitzt sofort eine Erinnerung auf. Gegen Artern hat diese Mannschaft ihren Pflichtspielauftakt vor vier Jahren absolviert - erfolgreich, wie ich mich erinnere. Und so war es auch heute. Mit 18:4 auch diesmal deutlich. Der Gegner verschleppte oft das Tempo, sodass unser Tordrang etwas gebremst wurde. Wir konnten tüchtig durchwechseln, um jedem Spielanteile zu geben und Kräfte zu sparen.
Weiter ging es gegen Hermsdorf. Die letzte Erinnerung datiert hier aus dem erfolgreichen Halbfinale vor zwei Jahren. Damals wie heute waren wir nicht aufzuhalten. Nach kurzer Orientierungsphase war auch hier das Ergebnis deutlich, 24:10 stand am Ende auf der Anzeigetafel.
Und dann blieb noch das Duell gegen den Gastgeber aus Nordhausen. In der letzten Saison haben wir ihnen den einzigen Punktverlust der Saison zugefügt und vor zwei Jahren waren sie im Saisonfinale chancenlos. Mit diesem guten Gefühl ließ es sich auch heute erfolgreich agieren. Von Anfang an konnten wir uns deutlich absetzen, führen zur Halbzeit bereits mit 6 Toren. Der höchste Zwischenstand war plus zehn Tore, der nach teils sehenswerten Ballstafetten herausgespielt wurde. Letzten Endes siegen wir überzeugend 21:13.
Die drei Siege sind gleichbedeutend mit Platz eins in der Tabelle. Den wollen wir jetzt nicht mehr hergeben. Bis zum letzten Spieltag ist es aber noch ein Stück des Weges und wir sind gut beraten weiter fleißig zu trainieren und die Bälle trotz der tadellosen Vorstellung flach zu halten.
Alle haben sich heute eine glatte „1“ verdient. Auch die zahlreich mitgereisten Eltern, die mächtig Stimmung machten und uns tatkräftig unterstützten. Angenehm ruhig verlief auch die Kommunikation im Umfeld. Das kennt man aus der Vergangenheit auch anders. Wahrscheinlich haben alle etwas dazugelernt. Oder wir wurden diesmal nicht als Konkurrenz wahrgenommen.
Spielergebnisse:
Nordhäuser SV - SV Hermsdorf 16:8
SV Petkus Wutha-Farnroda - HV 90 Artern 18:4
HV 90 Artern - Nordhäuser SV 6:14
SV Hermsdorf - SV Petkus Wutha-Farnroda 10:24
Nordhäuser SV - SV Petkus Wutha - Farnroda 13:21
HV 90 Artern - SV Hermsdorf 4:16
SV Petkus Wutha-Farnroda spielte mit: Luis Müller, Jannis Lehmann; Emilian Bleicher 14, Jannis Lehmann 8, Michel Schülken 8, Leander Pahnke 4, Lukas Ruppelt 6, Ben Seckelmann 2, Colin Haase 8, Eliah Eitzerodt 12, Emil Wenig 1
Autor: Karsten Lehmann


