es könnte alles so einfach sein, isses aber nich

Glückwunsch Jungs und danke – für eine tolle Saison, wirklich schöne Erlebnisse, eure Zuverlässigkeit, euer Engagement, eure Lernbereitschaft, euer Vertrauen und für Platz drei in der Endabrechnung der Meisterschaft.
Das es nicht noch ein bisschen besser wurde, so wie von allen erhofft, hatte seine Ursachen. Nichts schlimmes aber Kleinigkeiten, die in dem Bereich, wo die „Luft ein bisschen dünner wird“, ausschlaggebend sein können. Fünf schlechte Minuten in der Saison „rauben“ uns Platz zwei. Es wäre fatal uns dafür zu kritisieren. Die Stärkung der Grundlagen und die Weiterentwicklung, und die wird uns von allen Seiten attestiert, ist die Basis für spätere Erfolge. Eine Platzierung ist meist ein messbares Ergebnis, spiegelt in meinen Augen hier aber nicht vollständig unser Leistungsniveau und die Wahrheit wieder. Wir haben viel gewonnen ohne der Sieger zu sein.
Die 20 Minuten in der ersten Halbzeit knüpften nahtlos an die letzten Vorstellungen an. Da lief das Bällchen durch die eigenen Reihen zum meist am besten Positionierten wie am Schnürchen. Vor allem unsere rechte Seite durfte oft jubeln. Einstudierte Spielzüge waren wirklich schön anzuschauen. Einziges „Aber“ - die Chancenverwertung. 5 „Freie“ fanden nicht Ihr Ziel. Eine Wahrheit, die noch zum Handicap werden sollte. Bei einem Halbzeitstand von 16:10 kann man sich gut ausmalen, dass der berühmte Sack hätte schon zu sein können.
Ein trügerischer Vorsprung, der aufgrund unserer Spielweise im Hinblick aufs Tore erzielen auf keinen Einbruch deuten lies. Gewarnt und hingewiesen haben wir in der Halbzeit aber dennoch. Wenn man dann mal den Faden ein bisschen verliert und hier und da den Kopf, dann geht es schnell in die andere Richtung. Die Eisenacher hatten nichts zu verlieren und haben alles in die Waagschale geworfen, was sie noch hatten und das war vor allem Körperlichkeit und eine taktische Änderung. Unsere Schwäche, die uns die gesamte Saison begleitet, wurde offenkundig – wir deckten zu körperlos, teils naiv und nicht vorausschauend genug. Hatten wir bisher auch „hinten“ alles im Griff, taten sich nun Lücken auf. 19 Gegentore im 2. Abschnitt sprechen da eine deutliche Wahrheit.
Das wäre alles nicht so entscheidend gewesen, wenn wir im Angriff unseren „Stiefel“ weiter durchgezogen hätten. Doch es häuften sich die technischen Fehler und die aufkommenden Brisanz lies bei Manchem die Schultern wieder hängen. Eine Körpersprache die es nicht braucht, wenn man erfolgreich sein will. Es wurde nicht mehr der am besten Positionierte, sondern der nächst Beste angespielt und das war oft nicht die richtige Lösung. Eisenach verteidigte leidenschaftlich und mit jedem Ballgewinn wuchs die Zuversicht, ein verloren geglaubtes Spiel noch auf ihre Seite zu ziehen. Beim 21:21 (29. Minute) stand es erstmals wieder pari, kurz darauf dann die erste Eisenacher Führung (32. Minute). Ein 5:0 Lauf innerhalb von 5 Minuten stellte alles auf den Kopf. Aber wir blieben dabei, waren bereit, hatten unseren Kämpferinstinkt wiedergefunden und das Spiel war an Spannung kaum zu überbieten. Eine strittige Schiedsrichterentscheidung der ansonsten sehr gut pfeifenden Unparteiischen brachte eine kleine Vorentscheidung. Ein „Abgestanden“ bei einem Durchbruch von einer Halbposition in einem D-Jugendspiel hatte ich bis dato nicht gekannt. Der Gegner kann es nutzen und anstatt auszugleichen, kann Eisenach vorentscheidend mit zwei Toren in Führung gehen (38. Minute). Die restliche Zeit genügte nicht, um eine weitere Wende herbeizuführen. 26:29 das Endergebnis und jede Menge enttäuschte Gesichter in den eigenen Reihen. Das ist verständlich. Ein Spiel auf hohem Niveau findet mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten den etwas glücklicheren, wenn auch nicht unverdienteren Sieger.
Eine Saison will ich aber nicht an 5 Minuten messen. Wir wissen wo wir herkommen und wir kennen unsere Rahmenbedingungen. Der Weg ist das Ziel. Wir bilden aus und wir erkennen an, wenn andere in der Tabelle vor uns sind. Eisenach und auch Jena gilt daher unser uneingeschränkter Glückwunsch. Sie dürfen Thüringen bei der Mitteldeutschen Meisterschaft vertreten. Ich hoffe erfolgreich! Für uns bedeutet dies das erfolgreiche Ende der weiteren Saison. Nachdem wir unsere emotionalen Wunden geleckt haben, greifen wir wieder an, wenn auch unter voraussichtlich etwas anderen Rahmenbedingungen.
Zum Resümee der Finalrunde gilt es die insgesamt überdurchschnittlich guten Schiedsrichterleistungen zu nennen, die aus meiner Sicht auffällig neutral, positiv kommunikativ und nicht spielentscheidend zu nennen sind. Keine Konferenz ohne unsere Unterstützer zu nennen. Auch heute haben sie bis zum Schluss Alarm gemacht und uns ihre Zuversicht gegeben. Ohne diesen ganzjährigen Support in vielerlei Hinsicht, wäre manches nicht möglich. Die Eisenacher haben ebenfalls der Konstellation einen würdigen Rahmen gegeben und das in beidseitiger angenehmer Atmosphäre!
SV Petkus Wutha-Frarnroda spielte mit: Luis Müller; Emilian Bleicher 5, Jannis Lehmann 3, Michel Schülken 6/2, Leander Pahnke, Lukas Ruppelt 6, Colin Haase 6, Eliah Eitzeroth, Ben Seckelmann, Emil Wenig, Tomke Krah
Autor: Karsten Lehmann