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Jugend  |  

nur Beifahrer

Jena war unser nächstes Reiseziel. Der derzeitige Klassenprimus war der Gastgeber. Die Mannschaften der JSG Grosch und vom HSC Erfurt vervollständigten das Teilnehmerfeld. Mit der Heimmannschaft meinte es der Ligaverband bei den Spielansetzungen bisher sehr zugewandt. Während andere Vereine im Freistaat bisher regelmäßig durch unser Bundesland kutschen, konnte man sich hier das Privileg leisten und im 4.Turnier in Folge das Heimrecht verbuchen - sicherlich kein Zufall. Fairness mal anders und damit meine ich nicht nur das Sportliche. Kurze Wege und somit neben Zeitersparnis auch Fahrtkostenminimierung und Einnahmen aus dem Verkauf im Catering, die nicht unwichtig sind im Amateurbereich. Der Verband appelliert an einen fairen Umgang untereinander in den Sporthallen, vergisst aber allzuoft, dass auch er eine Rolle zu erfüllen hat und seinen eigenen Beitrag zu leisten hat, um Chancengleichheit zu gewährleisten.

Konzentrieren wir uns auf das Sportliche:

Tabellarisch war im Vorfeld klar, dass den Mannschaften der JSG Grosch und vom HSC Erfurt nur Nebenrollen zugedacht waren. Die Vermutungen bestätigten sich, was mit Siegen von 29:1 und 36:1 bestätigt werden konnte. Zu deutlich unsere technische und spielerische Überlegenheit. Die Gegnerischen Angreifer kamen zu selten in Wurfdistance, um ertragreich einzunetzen. Dazu zeigten wir uns verbessert in der Abwehrarbeit, waren aktiver und körperlicher bereiter am eigenen Wurfkreis, um Tore zu verhindern. Alle Spieler bekamen hier Einsatzzeiten und konnten ihre persönlichen Erfolge feiern. Das letzte Spiel sollte das erwartet schwere Duell werden.

Jena mausert sich ja in den letzten Jahren altersübergreifend zum Maß der Dinge im Freistaat. Sie können auf eine Internatsstruktur zurückgreifen, was optimale Trainingsbedingungen bereithält und bis zu sieben Trainingseinheiten in der Woche ermöglicht. Ein Pfund worauf nicht nur wir neidisch blicken und was sich natürlich im sportlichen Bereich niederschlägt. Wer öfter trainiert als andere, wird alleine deshalb schneller Fortschritte erzielen. Dazu verstärken sie sich schon in diesem Altersbereich mit den besten Talenten aus anderen Vereinen und pflegen somit ihr zügiges Vorankommen.

Die ersten zehn Minuten im Spiel fanden gänzlich ohne uns statt. Zu zögerlich, ohne das nötige Selbstvertrauen, fehlerhaft und auch etwas unglücklich verlief der Auftakt. Der 8:0 Rückstand gab uns Rätsel auf und war so nicht erwartbar und unverständlich. Die Körpersprache der Jungs war entsprechend, enttäuscht ob des verpatzten Auftakts. Eine Auszeit verfehlte erst ein wenig seine Wirkung, eine kleine Systemumstellung aber nicht und wir begannen am Spiel teilzunehmen. Aufgeben war keine Alternative. Mit kleinen Erfolgen wuchs das Selbstvertrauen und ab diesem Zeitpunkt waren wir ebenbürtig. Das Ergebnis freilich konnten wir nicht mehr wenden, zu groß die Hypothek der Anfangsphase, zu kurz die Gesamtspielzeit und zu gut der Auftritt des Gegners. Dessen Leistung müssen wir anerkennen. Mehr Dynamik und schneller ihr Spiel, welches uns unsere Grenzen aufgezeigt hat.

Aufgeben werden wir deshalb gewiss nicht und brennen auf einen weiteren Vergleich. Das Spiel war erkenntnisreich und wird uns helfen, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Vielleicht erwischen wir ja dann den perfekten Tag!? Und wenn es nach den Fairnessregeln des Verbandes geht, sollte das außerdem ein Heimspiel sein.

Störend und fragwürdig war der Auftritt der Schiedsrichterbeobachter, die Ihre Kompetenzen im Spielgeschehen meines Erachtens überschritten. Sollten sie doch ihren Fokus auf die in Ausbildung befindlichen Nachwuchsschiedsrichter richten, nahmen sie mehrfach aktiv Einfluss aufs Spielgeschehen, was nicht ihre Aufgabe sein kann.

Für uns gilt es weiter unsere sogenannten Hausaufgaben zu erledigen. Zwei Turniere stehen noch an, eines in diesem Jahr und dann ein weiteres im Januar 2026. Das Ziel bleibt, sich mit einer Platzierung unter den besten fünf Mannschaften für die Finalrunde zu qualifizieren. Und dann werden die Karten neu gemischt.

Spielergebnisse:

HBV Jena 90 – HSC Erfurt 35:  1

JSG GroSch – SV Petkus Wutha-Farnroda 1:29

HBV Jena 90 – HSC Erfurt 41:  7

HSC Erfurt – SV Petkus Wutha-Farnroda 1:36

SV Petkus Wutha-Farnroda – HBV Jena 90 11:19

HSC Erfurt – JSG GroSch 11:14

SV Petkus Wutha-Farnroda spielte mit: Luis Müller, Jannis Lehmann; Emilian Bleicher 16, Jannis Lehmann 10, Leander Pahnke 13  , Lukas Ruppelt 11, Colin Haase 5, Eliah Eitzerodt 8, Emil Wenig 4, Ben Seckelmann 6, Tomke Krah 1, Cedric Riedel 2

Autor: Karsten Lehmann

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